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instinktives/intuitives Bogenschiessen

Langbogen

Es gibt Bögen, die komplett ohne Bogenfenster und ohne Pfeilaulage daherkommen. Es ist praktisch die Urform. Der Pfeil wird auf dem Handrücken positioniert. Dadurch müssen die Pfeile um den Bogengriff herum geschossen werden.
Compoundbogen Grösstmögliche Pfeilgeschwindigkeit und Präzision, LetOff, verträgt sehr geringe Pfeilgewichte, sehr grosse Auswahl an Zubehör aber braucht relativ viel Wartung und Pflege und ist technisch schnell überholt und ohne ein Minimum an Zubehör nicht schiessbar, ohne entsprechendes Zubehör oft lautes Abschussgeräusch.

Recurvebogen

Recurvebogen traditionell (Jagd-Recurve, Jagdbogen) Als Vorlage dient der asiatische Bogen, meist gefertigt aus einem Teil oder aus drei Teilen (Take down). Geschossen wird ohne Zielhilfen mit Alu-, Carbon- oder Alu-Carbonpfeilen und auch Holzpfeilen.
Jagdbogen Der Bogen ist kurz und handlich, hat ein hohes Zuggewicht und es werden schwere Pfeile verwendet.
Blankbogen Der Blankbogen ist kein eigenständiger Bogentyp, sondern hier wird "nur" ohne Visier geschossen.
Reiterbogen Wird hauptsächlich für das Bogenreiten verwendet
Yumi

Bogentypen

Das soll nur ein kurzer Abriss über die heute gängigen Bogenarten sein, weder vollständig noch ausführlich. Infos zum Reinschnuppern eben. Es gibt übrigens nicht "den Bogen". Jeder Bogentyp hat seine ganz eigenen Vor- und Nachteile. Wenn man Turniere mitschiessen möchte, ist zu beachten, dass die jeweiligen Reglemente der Verbände (oder bei Ausrichter bei freien Turnieren) mitunter ihre ganz eigenen Definitionen haben, die man sich auf alle Fälle anschauen muss. Nicht immer ist zum Beispiel ein Langbogen auch ein Langbogen.
Wichtig für Turniere sind heute 3 Bogentypen: Langbogen Der wohl ursprünglichste Bogentyp, der heute im Gebrauch ist. Typischerweise wird unter diesem Begriff der "Englische Langbogen" verstanden, eigentlich eine Kriegswaffe mit entsprechenden Nachteilen beim Scheibenschiessen. Es gibt bei diesem Bogentyp noch mehr Bauformen, wie den Flachbogen, der sich im Design der Wurfarme unterscheidet (Flach statt rechteckig-rund). Das Material spielt prinzipiell weniger eine Rolle: Der "klassische" Langbogen besteht zwar aus einem Stück Holz, aber Laminate und moderne Materialien wie Fiberglas oder Carbon haben hier Einzug gehalten, wobei der (europäisch) historisch interessierte Bogenschütze natürlich einen reinen Holzbogen ("Selfbow"), nach Möglichkeit selbst gebaut, schiesst. Der moderne Langbogen weist mehr und mehr ein "reflex-deflex Design" auf, was heisst, dass die Wurfarme nach vorne, in Schussrichtung, gebogen sind "reflex", während der Griff ebenfalls nach vorne versetzt ist "deflex". Das gibt mehr Speed und eine verbesserte Genauigkeit gegenüber dem ursprünglichen Design. Allerdings ist dieses Design in den verschiedenen offiziellen Regelwerken nicht ganz unumstritten, da hier Langbogen und Recurvebogen nahtlos ineinander übergehen. Recurvebogen Der heute wohl am weitesten verbreitete Bogentyp. OK, nicht unbedingt in den USA. Dort ist es mit Abstand der Compoundbogen. Der Recurvebogen hat seinen Namen von den nach vorne (d.h. in Schussrichtung) zurückgebogenen Wurfarmenden, die einen weicheren Auszug gestatten sowie mehr Energie speichern können. Eigentlich ist der Recurvebogen die logische Weiterentwicklung des Lang- bzw. Flachbogens. Eine spezielle Gruppe sind die Reiterbogen, die häufig mit steifen Recurves ausgestattet sind, was nichts am Prinzip ändert. Der Recurvebogen ist übrigens keine Erfindung der Neuzeit, auch wenn er in der heutigen Form erst wenige Jahrzehnte alt ist. Das grundlegende Konzept hat schon mehrere Tausend Jahre auf dem Buckel! Mit Visier und Stabilisatoren ausgerüstet, stellt dieser Bogentyp die einzige heutige olympische Bogendisziplin. Compoundbogen Erfunden wurde dieser Bogen erst Ende der 60iger in den USA. Er basiert im Gegensatz zu den anderen Bogenarten auf dem sog. Flaschenzugprinzip. An den Bogenenden sind Rollen, sog. Cams, und Excenter angebracht. Beim Auszug des Bogens wickelt sich ein zusätzliches Stahlkabel bzw. die Sehne selbst, um die Excenter und übernimmt dadurch einen Teil der Zugkraft (Flaschenzugprinzip). So ergibt es sich, dass bei steigendem Auszug die Kraft zuerst zunimmt (wie auch bei anderen Bögen), dann aber beim Überschreiten des sogenannten Gipfel-Zuggewichtes schlagartig abnimmt. Der Bogenschütze hält dann bei voll ausgezogenem Bogen nur noch einen Bruchteil des Zuggewichtes. Die Zugreduzierung kann bis zu 80% betragen. Beispielsweise bei einem Zuggewicht von 50 Pfund muss der Schütze nur noch 10 Pfund im Auszug halten. Der Bogen kann so ruhiger gehalten werden und das Zielen ist wesentlich einfacher. Die Wurfarme sind aus Karbon, das Mittelstück aus Leichtmetall gefertigt. Technische Hilfsmittel sind ein Visier mit Wasserwaage, Scope (Vergrößerungsglas) und Peep-Sight (Sehnenguckloch). Ausgelöst wird der Schuss mit einer Auslösehilfe, dem sog. Release. Stabilisatoren dämpfen den Schuss und halten den Bogen im Gleichgewicht. Geschossen wird meist mit Alu-, Carbon- oder Alu-Carbonpfeilen (ACC). Jagdbogen Auch dies ist grundsätzlich kein eigener Bogentyp. Zur Jagd (da, wo sie erlaubt ist) werden prinzipiell alle Bogentypen eingesetzt. Ein Bogensetup, das für die Jagd ausgelegt ist, zeichnet sich typischerweise durch folgendes aus: Der Bogen ist kurz und handlich, hat ein hohes Zuggewicht und es werden schwere Pfeile verwendet. Blankbogen Hier kommt es leider immer wieder zu Missverständnissen. Der Blankbogen ist kein eigenständiger Bogentyp, sondern hier wird "nur" ohne Visier geschossen. Ein Langbogen wird immer Blank geschossen, aber auch ein Recurve oder Compound lässt sich selbstverständlich auch Blank schiessen. Hier gilt es, einen Blick in das jeweilige Reglement der Verbände und Turnierausrichter zu werfen. So kennt der DSB zum Beispiel keine Compound- Blankklasse, der DFBV dagegen schon. Reiterbogen Aus dem asiatischen Raum stammend und dort meist als Kompositsystem ausgeführt (Holzkern mit Sehnenbacking und Hornbelag auf Bauchseite) findet der Reiterbogen heute hauptsächlich beim Bogenreiten Verwendung. Es gibt Systeme mit steifen und arbeitenden Recurves. Preiswerte Fiberglasbogen sind eine robuste Alternative für den Einsteiger. Feldbogen Nein, nein, und nochmals nein, auch das ist kein Bogentyp, sondern eine Turnierform. Hier läuft man über einen Parcours und kann das mit jedem Bogentyp machen, der laut Reglement vorgesehen ist. Yumi (japan Bogen) Der asymmetrische japanische Bogen blickt auf eine lange, zumeist kriegerische Tradition zurück und findet heute fast ausschließlich bei japanischen Bogendisziplinen Verwendung, von denen Kyudo die Bekannteste ist. Auch hier gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Bogentypen.